Wie macht sich Stress bemerkbar ?









 



Auswirkungen von zuviel Stress


Stressoren, die aufgrund körperlicher Reaktionen entstanden sind, führen oft in einen Teufelskreis. Dies kann zu Medikamenten- Alkohol- Nikotin- und oder Drogenmissbrauch führen.

Eine ganz besondere Form von Stress ist Schmerz. Die psychologischen Aspekte von Schmerzen, ganz besonders von chronischen Schmerzzuständen, sind wichtige Elemente für das Verständnis und die Behandlung von Schmerz-Erkrankungen.

Was kann man gegen Stress unternehmen ?

 
Nicht eine Situation oder eine Person stresst uns - nein, es sind unsere Bewertungen und Gedanken, welche Stress-Gefühle auslösen. Die Einschätzung erfolgt oft sehr schnell und unbewusst. Solche Ereignisse füllen den persönlichen «Stress-Topf». Oft gelingt es, durch kognitive Umstrukturierung, wieder für Ausgleich und Abbau aus diesem Topf zu sorgen. Erfolgreiches Stressmanagement ist also kein Zufall, man kann gezielt etwas dafür tun.   

Entspannungsübungen können seelische Erregung, Spannung, Angst und Unruhe vermindern oder ganz beseitigen. Regelmässiges Anwenden von Entspannungstechniken sind damit eine sehr wirksame Form der Therapie. Schmerztherapie erfordert oft interdisziplinäre Zusammenarbeit der klassichen Medizin un der Psychologie.
Alarmreaktion
Zunächst reagiert der Körper auf Stressoren mit einer Alarmreaktion. Dabei werden vermehrt Adrenalin sowie spezifische Stesshormone ausgeschüttet. Herzfrequenz, Blutzuckerwerte und Blutdruck steigen.
Widerstandsphase
Hält der Zustand länger an versucht der Körper mit einer Gegenreaktion die Auswirkungen abzuschwächen. Die Blutgefässe verengen sich, dadurch steigt die Herzbelastung.
Erschöpfungsphase
Nun treten schwere körperliche Beeinträchtigungen wie Herz- Kreislaufbeschwerden, Bluthochdruck, Appetitlosigkeit oder Stoffwechselprobleme auf. Ein Stresstest kann Ihnen zeigen wie voll Ihr Stresstopf aktuell ist.
Aufmerksamkeits-Stressoren
-  Licht
-  Lärm
-  Hitze / Kälte
-  Reizüberflutung
-  wachsende Verkehrsdichte
-  zu viele Menschen an einem Ort

Leistungs-Stressoren
-  Unter- oder Überforderung am Arbeitsplatz
-  Arbeitslosigkeit
-  Erfolgs- und Anspruchsdruck
-  Prüfungen
-  Probleme am Arbeitsplatz
-  Finanzielle Sorgen und Armut

Soziale-Stressoren
-  Konfliket mit Freunden, Kollegen, dem Partner/der Partnerin, dem Vorgesetzten usw.
-  Verlust einer Bezugsperson (Trauer)
-  Angst, Zukunftsängste
-  Schmerzen
-  Isolation
-  Katasrophen oder Kriege
Was gibt es für Stressoren

Verschiedenste Stressoren wirken auf uns ein. Die Wirkung aber ist individuell, sie ist von Mensch zu Mensch verschieden. Je häufiger sie auftreten, desto wahrscheinlicher ist auch eine körperliche Bedrängnis. Also geben ganz allgemein Häufigkeit und Individualität den Ausschlag für Stress.
 
Die Auswirkungen von zuviel Stress

Die allgemeinen Folgen von zuviel Stress zeigen sich äusserlich in Sprechproblemen, Schlafstörungen, Energieverlust und Mattigkeit, Zynismus, Verantwortungsverlust (alles wird anderen in die Schuhe geschoben). Dies führt bis hin zu Selbstmordabsichten. Es entstehen aber auch ganz handfeste kognitive Probleme. Die Folgen dieser kognitiven Beeinträchtigungen sind in der Regel Fehlverhalten bei manuellen und gedanklichen Aufgaben. Zweifelhafte Entscheidungen können sich häufen. In der Folge kommt es zu Überschätzungen und Täuschungen. Objektivität, Kritikfähigkeit und Realitätseinschätzung werden stark vermindert.
Kognitive Auswirkungen von zuviel Stress
Die Konzentrationsfähigkeit vermindert sich.
Wir lassen uns eher ablenken und verlieren beim Denken und Sprechen oft den Faden - sogar mitten im Satz.
Die Gedächtnisspanne von Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis nimmt ab. Das Erinnerungsvermögen verschlechtert sich.
Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt ab und als Kompensation dazu werden oft voreilige Entscheidungen getroffen.
Die akute Situation und die damit verbundenen Folgen können nicht mehr genau eingeschätzt werden.
Die Beobachtungsgabe nimmt ab.
Organisations- und Planungsfähigkeiten nehmen ab.
 
Emotionale Auswirkungen von zuviel Stress
Die seelische und körperliche Anspannung nimmt zu. Mit der muskulären Anspannung nimmt die Fähigkeit ab, sich zu entspannen und sich gut zu fühlen. Sorgen und Ängstlichkeit dominieren.
Die Wahrnehmung verändert sich, und es kommt vermehrt zu Hypochondrie.
Das Gefühl gesund zu sein schwindet, und somit auch das Gefühl des sich Wohlfühlens.
Oft kommt es zu Persönlichkeitsveränderungen. Menschen, welche früher nett und ordentlich gewesen sind, können nachlässig und gleichgültig werden.
Die bestehenden Probleme vergrössern sich. Feindseligkeit, Verteidigungshaltung, Ängstlichkeit, Überempfindlichkeit nehmen zu.
Moralische und emotionale Zwänge werden schwächer und es kommt häufiger zu Gefühlsausbrüchen.
Depression und Hilflosigkeit breiten sich aus und führen indirekt zu einem Verlust von Selbstwert. Das Gefühl von Wertlosigkeit nimmt zu.
 
Was kann man gegen Stress unternehmen  ?


Schwierigkeiten als Herausforderung erleben

Werden schwierige Situationen und Veränderungen nicht nur als stressvoll, belastend und bedrohlich erlebt, sondern vermehrt als Herausforderung angenommen, so beeinflussen diese günstigeren Gefühle Körperreaktion und Verhaltensweise. Wenn es uns gelingt, den "Schalter in unserem Kopf" vermehrt auf: «Ich schaffe das schon, ich will es zumindest versuchen» anstatt auf «das ist unmöglich – ich gebe auf - ich bin zu schwach» umzustellen, ändert sich damit nach und nach auch unsere Eigenwahrnehmung und damit das Mass an Ressourcen, mit schwierigen Situationen umgehen zu können.
Weniger bewerten, urteilen, richten.
Wir vermehren unseren Stress, indem wir unangenehme oder bedrohliche Ereignisse stark werten und verurteilen. Als Folge dieser negativen Wertungen verstärken sich auch unsere negativen Gefühle wie Wut, Angst und Ärger. Je besser man sich selbst kennt und akzeptiert, desto eher gelingt es, Bewertungen und Einstellungen Stressoren gegenüber zu erkennen und anzupassen. Dies ist eine Strategie die gezielt gelernt und gefördert werden kann. Eines der Mittel dazu ist die kognitive Umstrukturierung.

Warum ist Entspannung so wichtig?

Immer wenn es «brenzlig» wird spannen sich unsere Muskeln an. Sie bereiten sich - wie in grauer Vorzeit - auf eine Angriffs- oder Fluchtreaktion vor. Der Puls beschleunigt sich, die Atmung wird schneller und die Hormone wirbeln durcheinander. Unsere Wahrnehmungen sind eingeengt. Unrealistische und unvernünftige Gedanken machen sich breit. Entspannungsübungen können seelische Erregung, Spannung, Angst und Unruhe vermindern oder ganz beseitigen. Über die Normalisierung der Atmung, oder über die Entspannung der Muskulatur werden Überaktivitäten des Nervensystems samt den körperlichen Folgen reduziert.

Bei regelmässigem Anwenden einer Enspannungstechnik (zum Beispiel autogenes Training oder progressive Muskelentspannung) können durch eigenes Verhalten körperliche Entspannungsvorgänge ausgelöst werden. Dies hat natürlich auch einen Einfluss auf das seelisches Befinden, wir fühlen uns ruhiger, gelassener und entspannter. Regelmässige Entspannungsübungen sind damit eine sehr wirksame Form der Anit-Stress-Therapie.